Viel Wind zur Windenergie im Kantonsrat

Aufgrund von Vorstössen der Bürgerlichen wurde das Thema Windenergie mehrfach im Rat debattiert. Heute wurde die 1’000 m Vorlage der SVP debattiert und zum Glück abgelehnt.

Mein Votum im Rat zur heutigen Debatte:

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr Baudirektor sehr geehrte Zuhörende

Heute sehe wir wieder einmal wie Technologie offen sich die Vertreter der SVP und wie angekündigt, Teile der FDP, zeigen, wenn es um erneuerbare Energieerzeugung geht. Der Regierungsrat hat uns vor zwei Wochen mit seiner Karte aufgezeigt , dass Sie mit der 1’000 m Regel die Windenergie im Kanton fast völlig verhindern.

Wissen sie, ich glaube, dass sie gar nicht wollen, dass die Energiewende vorankommt. Viele Jahre hat ihre Partei die Solarenergie blockiert. Heute ist diese weit akzeptiert und der Zubau geht gut voran. Nun haben sie sich die Windenergie vorgenommen. Ich glaube sie Melken nach wie vor die fossilen Kühe, verdienen viel an den Importen von Öl und Benzin, die uns schweizweit jährlich mehr als 10 Mia. CHF kosten und Despoten wie Putin bereichern, anstelle konsequent auf einheimische Energien zu setzen.

Schutz von Landschaft – und Natur als Feigenblatt

Am Wert der Landschaft, der Natur und dem Kulturlandverlust kann es nicht liegen, sonst würden sich ihre Vertreter in Bern nicht für einen völlig überdimensionierten Ausbau der Autobahnen aussprechen, welcher zu massiven Kulturlandverlusten führen wird und wieder viele Bauern zum Aufgeben zwingt.

Die Windenergie-Gegner bringen Projekte regelmässig bis vor Bundesgereicht. So wie es aussieht aber zu Unrecht, denn bei den letzten 9 Entscheiden hat sich das oberste Gericht für die Windenergie ausgesprochen. Damit können endlich Windkraftwerke entstehen, die für 385’000 Personen Strom liefern. Also der Bevölkerung der zweiten und drittgrössten Stadt der Schweiz zusammen (Genf und Basel).

Die Akzeptant steigt mit, wenn schon Anlagen vorhanden sind

Eindrücklich ist auch die Akzeptanz dort, wo es schon Windräder gibt. In den Gemeinden Corgémont und Cortébert im Berner Jura, welche direkt neben einem der grössten Windparks der Schweiz liegen, war die Zustimmung zu einem neuen Windpark mit je über 90% überwältigend.

D.h. für mich, dass die Akzeptanz zunimmt, wenn die Windaenergieanlagen nicht nur Hirngespinste sind, sondern real existieren und auch die Vorteile von der Bevölkerung wahrgenommen werden können.

Schutz der Bevölkerung

Wenn Ihnen der Schutz der Bevölkerung vor gefährlicher oder stark belastender Infrastruktur wichtig ist, kommt ihnen dies aber reichlich spät in den Sinn. Dass die Bevölkerung in urbanen Zentren stark lärmbelästigt ist und die Grenzwerte nicht eingehalten werden, hat sie bis heute nur wenig interessiert. Da ist freie Fahrt für freie Bürger wichtiger.

Der Abstand zu den AKW’s in Gösgen beträgt knapp 300m und in Beznau 388m. Recht gering, wenn es zum Austritt von radioaktiver Strahlung kommt.

Auch die Kühltürme, welche 150m hoch sind und Dampfwolkenproduzieren die wohl mehrere 1’000m und mehr aufsteigen, so dass ich sie aus Bülach noch sehen kann, beeinträchtigen die Bevölkerung vor Ort wohl deutlich mehr als der Schatten eines Windrades.

Auch das vorgesehene Tiefenlager in Stadel liegt zu den nächsten Bauernhöfen nur 100m entfernt. Die neue Piste in Rümlang würde zu den ersten Quartieren nur noch 300m Abstand haben – dass spielt alles keine Rolle?

Wie wollen sie dieser Bevölkerung erklären, dass sie mit Immissionen leben muss, dass Grenzwerte seit Jahrzehnten nicht eingehalten werden?

Sind EinwohnerInnen aus dem Zürcher-Unterland BürgerInnen Zweiter- oder sogar Dritter-Klasse?

Das Potential der Windenergie ist auch im Kanton Zürich gegeben, 7% des Zürcher Strombedarfs von 2050 kann damit gedeckt werden. Mehr als durch die Wasserkraft im Kanton erzeugt werden kann. 2/3 des Windstroms wird im Winter produziert, dann wenn wir aktuell am meisten importieren.

Die Grüne-Fraktion wird die Parlamentarische Initiative nicht unterstützen.

Berichterstattung:

Tagesanzeiger: Zürcher Kantonsrat will keine Mindest­abstände für Windräder
NZZ: Die Zürcher SVP blitzt mit ihrem Angriff auf die Windkraft ab