Im Kantonsrat, konnte ich folgende Fraktionserklärung halten:

Von den 1’210 befragten Personen aus Flughafenregionen (Bern, Basel, Zürich) stammen lediglich 673 aus der Region Zürich. Die Teilnehmenden konnten sich zudem mit dem Opt-in-Verfahren freiwillig für die Befragung melden. Die Studie weist selber darauf hin, dass dadurch Verzerrungen möglich sind. Ebenso fragwürdig ist, dass die Flughafenregion als einheitlicher Raum betrachtet wird. Ob jemand direkt unter einer Anflugschneise wohnt oder viele Kilometer vom Flughafen entfernt lebt, wird in den präsentierten Resultaten kaum sichtbar. Gerade für die Frage der Nachtruhe ist das jedoch entscheidend. Und das sind nur zwei von mehreren fragwürdigen Punkten in der Studie.

Bemerkenswert ist die politische Inszenierung dieser Studie. Aviationsuisse veröffentlicht sie, die FDP übernimmt die Argumentation praktisch unverändert, und kurz darauf tauchen dieselben Aussagen im Flughafen Politikbrief Sommer 2026 auf. Offensichtlich handelt es sich um eine koordinierte Kampagne der Flughafenlobby gegen den vom Kantonsrat in erster Lesung unterstützten Gegenvorschlag zur Nachtruheinitiative. Mit dieser schwachen Studie machen sich der Flughafen und auch die FDP für zukünftige Diskussionen um den Flughafen nicht glaubwürdiger.

Dabei verschweigen die Gegner einen zentralen Punkt: Der Gegenvorschlag verschärft die Betriebszeiten des Flughafens nicht, wie, vor allem von der FZAG, immer angeführt wird. Er verkürzt die Betriebszeiten nicht. Er verbietet keine zusätzlichen Flüge. Er verlangt lediglich, dass die bestehenden Regeln eingehalten werden.

Der Verspätungsabbau wurde ursprünglich geschaffen, um unvermeidbare Verspätungen auffangen zu können. Er war nie als zusätzliche Betriebszeit gedacht.

Dass selbst diese minimale Korrektur von der Fluglobby bis aufs Blut bekämpft wird, zeigt, worum es tatsächlich geht: Nicht um die Sicherung des Flughafens. Nicht um die internationale Anbindung. Sondern um die Frage, wie man über die Bevölkerung hinweg den Betrieb am Flughafen weiter ausbauen kann.

Für die Grünen ist klar: Lärm ist nicht einfach lästig. Lärm macht krank. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen die Folgen von nächtlichem Fluglärm auf Schlaf, Herz-Kreislauf-System und Gesundheit. Deshalb ist die Nachtruhe kein Luxus und keine Nebensache. Sie ist ein legitimes Schutzbedürfnis der Bevölkerung.

Der Kantonsrat hat dies erkannt und mit dem Gegenvorschlag einen ausgewogenen Weg gewählt. Wer schon die Einhaltung der bestehenden Regeln als unzumutbare Einschränkung betrachtet, und zugleich die Flughafenbevölkerung mit einer fragwürdigen Studie verschaukeln will, muss aufpassen, dass ihm das nicht eines Tages auf die Füsse fällt.