Den Mangel an ökologisch wertvollen Magerwiesen beheben

Erfreulicherweise hat der Kantonsrat unser Postulat mit 118:47 Stimmen angenommen. Nur die SVP hat sich dagegen ausgesprochen.

Mein Votum zum Postulat im Kantonsrat:

Magerwiesen und -weiden sind das Ergebnis jahrhundertelanger und regional höchst unterschiedlicher Nutzungstraditionen. 

Damit bilden Sie die Hotspots der Diversität, welche mehr als 100 Pflanzen und 1’000 Insektenarten pro Are beherbergen. Mehr als die Hälfte der in der Schweiz vorkommenden Blütenpflanzen findet man in den Mager- und Trockenwiesen, mehr als 1/4 vorwiegend oder ausschliesslich dort. Bei den Schmetterlingen sind es sogar 40% aller Arten die ausschliesslich in den Magerwiesen vorkommen!

Im Kanton Zürich war deren Rückgang speziell dramatisch. So sind von den ursprünglich 30’000 Hektaren nur noch rund 200 Hektaren erhalten geblieben. Also knapp ein Prozent der ursprünglichen Fläche. Die Schwerpunkte dieser restlichen Flächen liegen im Zürcher Unterland und im BLN Gebiet Hörnli-Bergland (oberes Tösstal).

Es braucht mehr Flächen

Die noch vorhandenen Magerwiesenflächen reichen für den langfristigen Erhalt dieser verbliebenen Arten nicht aus. Das sagte der Regierungsrat schon 1995 im Naturschutzgesamtkonzept. Das war vor mehr als 25 Jahren! 

Darum fordert das Naturschutz-Gesamtkonzept langfristig mindestens wieder 4’000 Hektaren artenreiche Wiesen und die Ausdehnung der Magerwiesen auf 800 Hektaren bis in 2005. Also vor 15 Jahren! 

Es braucht mehr Qualität

Der Zwischenbericht zum NSG 2015 zeigt eine deutliche Zunahme der angemeldeten Biodiversitätsförderflächen, sogenannten BFF-Flächen. Allerdings erfüllen diese selten die Qualitätsvorgaben von Magerwiesen. Auch die Erhaltung der Qualität der bestehenden Magerwiesen stellt eine beachtliche Herausforderung dar. Insgesamt ist man von dem angestrebten Ziele nach wie vor weit entfernt!

Die Diskrepanz in der Bewirtschaftung zwischen der handarbeitsreichen Bewirtschaftung von Trockenstandorten und der mechanisierten Bearbeitung des intensiven Grünlandes klafft immer stärker auseinander, weshalb immer mehr Standorte unbewirtschaftet bleiben. Auch brauchen Standorte, die wieder mager werden sollen, sehr lange bis man darin eine hohe Qualität messen kann. Deshalb ist dringend anzustreben, die Magerwiesen und -weiden mit hohem Potenzial mit guter Beratung und optimaler Pflege zu artenreichen Beständen zu entwickeln, um damit dem Artensterben in den Wiesen und Weiden endlich Einhalt zu bieten. Denn sie sind zentrale Identifikatoren der Schweizer Landschaft. 

Ich will kein Frevler sein

Bitte unterstützen Sie unser Postulat, damit ich meiner Frau bis zu meiner Pensionierung wieder einen Wildblumenstrauss zusammenstellen kann, ohne mir dabei als Frevler vorzukommen, weil ich die letzten Blümchen auf der Wiese abreisse.

Ein erfolgreicher Nachmittag im Kantonsrat für die Natur

Vielen Vorstössen wurde heute im Kantonsrat im Sinne der Natur zugestimmt. Das ist erfreulich. Es kann weiter vorwäts gehen. Es ist auch dringend nötig, wenn wir den weiteren Verlust der Biodiversität verhindern wollen.

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