Mehr Geld für den Naturschutz

Mit dem angenommenen Gegenvorschlag zur Natur-Initiative der Umweltverbände fliessen jährlich neu 40 bis 80 Mio. CHF in den Naturschutz. Das ist das nötige Minimum Sagt Kathrin Haag, Co-Geschäftsführerin von Bird Life Zürich.

Die Kommission für Planung und Bau (KPB) hat den Gegenvorschlag des Regierungsrates optimiert, so dass ein grosser Kompromiss möglich war. Alle Parteien ausser der SVP haben mitgewirkt.

Berichterstattung in den Medien:

Zürcher Unterländer
Tagesanzeiger
NZZ

Mein Votum im Kantonsrat:

Der Begriff Biodiversität ist abstrakt und schwer zu fassen. Sie umfasst die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen.

Und diese geht in allen erwähnten Bereichen stark zurück! Auch der RR sieht das und erwähnt im Umweltbericht 2018, dass die Biodiversität abnimmt und dass ein Weiter wie bisher für eine Trendwende nicht ausreicht.

Es ist nicht nur ein «Grüner Furz» die Biodiversität zu erhalten, weil dann die Landschaft schön ist und wir uns an den farbigen Blumen freuen können.

Die Erhaltung der Biodiversität ist für uns alle wichtig!
Auch der RR hat dies erkannt: Er sagt (Zitat aus der Botschaft zur Initiative): Die Biodiversität ist die unerlässliche Grundlage für das Leben auf der Erde und damit auch eine zentrale Lebensgrundlage für den Menschen. Sie erbringt unverzichtbare Leistungen für Gesellschaft und Wirtschaft und trägt massgeblich zu unserem Wohlstand und unserem Wohlergehen bei. Eine reichhaltige Biodiversität ist als unwiederbringliche Ressource eine wichtige Versicherung für die Zukunft unter sich ändernden Bedingungen. ZITAT ENDE

Gerne nenne ich einige Funktionen der Biodiversität wie z.B:

  • Filter und Speicher für Trinkwasser
  • Versicherung gegen Erosion und / oder Erntebefall
  • Schattenspender gegen die Klimaerwärmung.

Je vielfältiger die Arten und ihre genetische Vielfalt sind, desto besser können Sie ihre Aufgaben wahrnehmen.
Ein Bsp. das ich ausführen möchte sind die Bienen, welche immer wieder beliebt sind.

In der Schweiz gibt es 600 Wildbienenarten. Die Hälfte davon ist bedroht!
Die Honigbiene, welche vom Menschen gezüchtet und genutzt wird (auch dieser geht es eher schlecht als recht) bestäubt ca. 1/3 aller landwirtschaftliche Kulturen. Den Rest übernehmen die Wildbienen. Wenn wir Ihnen nicht schauen, bleibt die Bestäubung vieler Kulturpflanzen – sprich Nahrungsmittel aus.
Die Funktion des Bestäubens wäre dann eine die Ausfällt, wenn die Artenvielfalt weiter zurückgeht. Was in China in gewissen Regionen schon Realität ist und Menschen das Bestäuben übernehmen, könnte auch bei uns eintreffen, wenn wir weiter machen wie bisher. Wenn mir das Lachen ob der Traurigkeit der Situation nicht im Halse stecken bleiben würde, wäre die Vorstellung Herrn Hübscher und Herrn Egli beim Bestäuben auf den Obstbäumen zu begegnen schon noch lustig. Ob Sie so flink wie die Bienen wären?

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit illustrieren, dass die Biodiversität zentral ist. Wir Grünen setzen schon seit bald 40 Jahren dafür ein und es ist wohl endlich so dramatisch, dass das Thema Salon fähig wird und auch weitere politische Lager das begreifen.

Oder braucht es doch eine Greta Thunberg der Biodiversität, damit das Problem endlich ernst genommen wird? Global ist es leider sicher so…

Obwohl auf nationaler Ebene schon 1966 ein Natur- und Heimatschutzgesetz verfasst wurde und Umweltanliegen an der Urne z.B. Rothenturm immer wieder erfolgreich waren und vom Bund diverse Auflagen an die Kantone gemacht wurden, ist die Umsetzung im Kanton Zürich nicht auf Kurs. Leider wurde unter Herrn RR Kägi das Thema stiefmütterlich behandelt. In den letzten Jahren ist im Kanton leider wenig passiert. So sollten jährlich 5 km Fliessgewässer aufgewertet werden. 2017 waren es genau 500 m!

Dort wo Fachstelle Naturschutz wirkt konnte, treten Verbesserungen ein! Als Bsp. der Mittelspecht für welchen der Kanton Zürich eine grosse Verantwortung trägt. Zw. 1978 und 2002 gingen die Bestände im Kanton Zürich um 22% zurück. Seit der Aktionsplan der Fachstelle Naturschutz umgesetzt wird, konnte die Anzahl der Brutpaare im Untersuchungsgebiet von 106 auf 221 gesteigert werden. Ein grosser Erfolg!

Für 88 Arten, welche als dringlich erklärt wurden, liegen schon Aktionspläne vor oder sind diese in Bearbeitung. Die Fachstelle erwähnt aber 243 Arten, für welche der Kanton eine hohe Verantwortung hat.

Die Zunahme des Zielerreichungsgrades hat sich in der zweiten Umsetzungsphase des NSGK (2005-2015) gegen- über der ersten (1995-2005) verlangsamt. Gründe dafür sind Zunahme der Flächenkonkurrenz durch die Ausweitung von Siedlungsflächen und den Bau von Infrastrukturen sowie die weitere Intensivierung und Rationalisierung der Landnutzungen.

Es muss also deutlich mehr geschehen und dazu braucht es Mittel. Diese werden mit der Initiative und auch dem Gegenvorschlag, wie meine Vorredner im Detail erwähnt haben gesprochen. Es sind auch Regulierungen des Fonds festgelegt, damit diese nicht zu klein. bzw. zu gross wird. Die Mittel sind dringlich und die Fachstelle zeigt auf, das mit einer Fondeinlage von gegen 60 Mio. eine 76% Zielerreichung erfolgen könnte. Aus unserer Sicht natürlich immer noch zu wenig.

Da mit dem Gegenvorschlag aber ein breit abgestützter Kompromiss in der Kommission zustande gekommen ist, welchen alle Parteien ausser der SVP mittragen, haben wir hier auch mitgewirkt, um den Spatz in der Hand zu erhalten, anstelle der Taube auf dem Dach zu verlangen.

Danke an Alle, welcher sich unermüdlich für die Kompromisssuche in der Kommission eingesetzt haben!

Schade, dass die SVP ganz zuletzt auf Drängen der Fraktion beim Kompromiss nicht mitgewirkt hat. Schade, dass die bäuerlichen Vertreter der SVP in ihrer Fraktion zu wenig Gewicht haben.
Denn Hauptnutzniesser der Initiative – natürlich neben der Natur – sind die Bauern, welche mit ca. 47% der Mittel partizipieren können. Denn die Bauern sind die effizientesten, lokal verankerten und mit dem nötigen Maschinenpark ausgestatteten Partner für den Naturschutz.

Umso unverständlicher ist es, dass sich die Landwirtschaftsverbände auf nationaler und auch kantonaler Ebene immer gegen den Naturschutz wehren. 

Allenfalls müssen sich die Bauern auch überlegen, ob ihre langfristigen Interessen von der SVP auch wirklich erfüllt werden, oder ob nicht andere Parteien ihre Anliegen besser vertreten. 

Neben den Mitteln, die mit dem Gegenvorschlag gesprochen werden muss der Regierungsrat aber auch die entsprechenden Stellen bewilligen! Aktuell ist mit eine Budgeantrag drei Stellen beantragt, weitere müsse aber folgen, da uns aufgezeigt wurde, dass es pro 2 Mio. Umgesetzte Mittel eine Stelle braucht. Wir hoffen, dass dieses Anliegen mit der Annahme der Initiative oder des Gegenvorschlags auch von der Regierung Rechnung getragen wird.

Ich danke Ihnen im Namen der Grünen Fraktion, wenn Sie heute dem Gegenvorschlag zur Initiative zustimmen, damit wir der Natur eine Chance geben. 

Es nützt uns allen.

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