PI zur Desinvestition der ZKB aus fossilen Investitionen vorläufig unterstützt

Mit 83 Stimmen (60 sind nötig) wurde meine parlamentarische Initiative zur Desinvestition der ZKB aus fossilen Investitionen vorläufig unterstützt. Ein Etappenerfolg!

Die Parlamentarische Initiative verlangt, dass die Zürcher Kantonalbank keine Eigengeschäfte im Bereich der kohlenstoffintensiven Unternehmen mehr abschliesst und mit Kunden, die ihre Haupttätigkeit im Bereich der kohlenstoffintensiven Wirtschaft haben, keine Geschäftstätigkeit mehr aufnimmt.

Dazu mein Votum im Kantonsrat:

Mit dem Klimaübereinkommen von Paris, welches die Bundesversammlung 2017 genehmigt hat, wurde neben dem 1.5°C Ziel (welches inzwischen wohl den meisten hier im Rat bekannt ist) auch festgelegt, dass die Finanzströme mit den Klimazielen in Einklang zu bringen sind. 

Artikel 2c des Übereinkommens legt fest, dass die Finanzmittel in Einklang mit dem Reduktionspfad der Treibhausgasemissionen und einer klimabeständigen Entwicklung stehen sollen.

Als Finanzplatz hat die Schweiz und insbesondere der Kanton Zürich auch auf globaler Ebene einen grossen Hebel was Artikel 2c betrifft. In der Vermögensverwaltung gehören die Schweizer Banken zur Weltspitze. So rangieren bei einem Ranking der weltweit grössten Vermögensverwalter drei Schweizer Banken unter den Top-Ten. Von Schweizer Banken wurden per Ende 2011 ein Vermögen in der Höhe von 5.3 Billionen 5’300 Mia. oder 5.3 Mio Mio. CHF verwaltet.

Die insgesamt über den Schweizer Finanzplatz getätigten Investitionen verursachen jährlich geschätzt 1.1 Mia. T CO2 Äquivalent. Eine Unglaubliche Menge! Das entspricht 22 x mehr als wir in der Schweiz direkt ausstossen!

Speziell die Zürcher Kantonalbank mit 289 Mia. CHF Kundenvermögen, welche nach § 2 des Kantonalbankgesetztes eine umweltverträgliche Entwicklung im Kanton unterstützen soll, ist bei zukünftigen Eigengeschäften aufgerufen, keine klimaschädlichen Investition zu tätigen und Beziehungen zu Kunden, deren Hauptgeschäftstätigkeit im Bereich der fossilen Energien liegt, aufzuheben. 

Nach dem Geschäftsbericht ist die Nachhaltigkeit ein integriertes Geschäftsprinzip des Angebotes der Kantonalbank, welche in allen Geschäftsbereichenund Aktivitäten berücksichtigt wird. Seit 25 Jahren bietet die Kantonalbank deshalb schon Umweltdarlehen an – also Zinsreduktionen für Hypotheken von umweltfreundlichen Projekten. Eine vollständige Desinvesition aus den fossilen Energien wäre nun ein folgerichtiger Schritt, wenn die Nachhaltigkeit nicht nur als Worthülse, wie sie heute leider häufig missbraucht wird.

Eine Studie des BAFU zeigt auf, dass die Investitionen von Banken und Pensionskassen aktuell zu einer globalen Erwärmung von 4-6 °C führen würden.

Es ist höchste Zeit, dass auch der Kanton Zürich seine Verantwortung wahrnimmt. Denn nur mit zügigem Handeln lässt sich eine Klimakatastrophe verhindern. 

Die Klimaziele können nur erreicht werden, wenn der grösste Teil der Reserven an fossilen Brennstoffen im Boden bleibt. Genau diese Reserven bilden aber das Bilanzkapital globaler Energiekonzerne. Deshalb sind diese Konzerne gemessen an den globalen Klimazielen stark überbewertet. Finanzanalysten warnen davor. In einer Risikoabschätzung im Jahre 2012 geht die Bank HSBC davon aus, dass in der fossilen Wirtschaft tätigen Firmen einen Werteinbruch von 50 % und mehr hinnehmen müssen, falls die nicht verwendbaren Reserven aus den Büchern gestrichen werden. Auch die FINMA kommt in ihrem Risikomonitor 2019 zum Schluss das Klimarisiken problematisch sind. Je später wirksame Massnahmen zum Erreichen der Klimaziele ergriffen werden, desto eingreifender müssten solche Massnahmen ausfallen. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Märkte die beschriebenen Risiken spät, dann aber mit starken Anpassungen einpreisen würden. Entsprechende grosse Verluste können auf die Profitabilität einwirken. Unsere Hausbank soll nicht unter der CO2-Blase leiden. Nehmen wir unsere Verantwortung war und dekarbonisiern wir unsere Hausbank.

Die Desinvestition aus fossilen Brennstoffenunternehmen wird u. a. von der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WBGU) und dem Weltärztebund, sowie prominenten Persönlichkeiten wie dem ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon unterstützt.

Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds wie zum Beispiel der norwegische Pensionsfonds ( der grösste Staatsfond), der irischen Staatsfond Ireland Strategic Investment Fund (ISIF), die AXA und die Allianz, die Rockefeller-Stiftung und der bekannte und erfolgreiche us-amerikanische Multimilliardär Warren Buffet haben sich entschieden aus fossilen Brennstoffen zu desinvestieren.

Global gehen nun auch immer mehr Regionen und Städte auf diesen Weg: das bundesland Berlin, die Städte Bremen, Stuttgard, Freiburg, Kopenhagen, Oslo und San Francisco. 

Damit möchte ich der Bürgerlichen Seite aufzeigen, dass es sich hier nicht um einen Grünen Furz handelt, sondern um eine rein wirtschaftliche Rechnung, welche nicht mehr aufgeht, wenn wir so weitermachen wie bisher.

Nach einer Studie der ETH Lausanne können die Kosten des Klimawandels in der Schweiz auf 8 bis 10 Mia. CHF pro Jahr belaufen! Also bis 2/3 des Budgets des Kanton Zürichs! Oder so viel wie der Bund für Verkehr pro Jahr aufwendet.

Wollen Sie wirklich so viel Geld in den Sand oder besser in den Schutt vom aufgetauten Permafrost setzen?

Wenn nicht bitte ich Sie die PI zu unterstützen und an eine Kommission zur Bearbeitung zu überweisen.

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